Unser Seniorentagesausflug Ende September begann mit einem Anblick, den selbst Ortskundige selten zu sehen bekommen. Auf dem Weg nach Sasbachwalden führte die Strecke an der Schwarzenbachtalsperre vorbei. Der Stausee, in dem sonst 14 Millionen Kubikmeter Wasser stehen, war leer.
Zum vierten Mal in ihrer Geschichte wurde die Talsperre bei Forbach vollständig abgelassen. Dieses Mal erneuert der Betreiber bis Oktober die Verschlussvorrichtungen an der Staumauer. Betreten darf man das Becken nicht, der Untergrund besteht aus weichen, wasserhaltigen Sedimenten. Der Blick von oben musste reichen.
Drei Gläser, viel Geschichte
Weiter ging es zu unserem Zielort nach Sasbachwalden. Der Ort liegt am Westhang des Schwarzwalds, seine Häuser verteilen sich zwischen 200 und 800 Metern in die Höhe. Die Reben wachsen bis auf etwa 500 Meter hinauf.
Bei der Winzergenossenschaft Alde Gott durften wir an einer Weinprobe teilnehmen. Drei Weine standen zur Auswahl. Wer keinen Alkohol wollte, probierte alkoholfreien Wein oder weißen und roten Traubensaft. Dazu gab es Erklärungen, und zwar reichlich.
Zum Beispiel diese: Im September 1948 gründeten 25 Winzer die Genossenschaft, weil ihnen die Preise des Großhandels nicht passten. Heute gehören mehr als 300 Winzer dazu, die rund 250 Hektar bewirtschaften. Angebaut wird vor allem Spätburgunder. Die Böden bestehen überwiegend aus Granit, einige Hänge sind so steil, dass im Weinberg vieles Handarbeit bleibt. Bekannt ist die Genossenschaft übrigens auch für ihre Edelbrände.
Nach der Probe bestand die Möglichkeit an einer Kellerführung teilzunehmen oder den Weinverkauf aufzusuchen.
Mittagessen mit Aussicht
Das Mittagessen konnten wir im Spinnerhof zu uns nehmen. Das Haus steht oberhalb von Sasbachwalden, mit einem weiten Blick über die Rheinebene bis zu den Vogesen. An diesem Tag war sogar das Straßburger Münster zu erkennen. Ein Weitblick, den man aufgrund der Gemarkung von Sasbachwalden genießen kann, die mehr als 1.000 Höhenmeter zwischen dem tiefsten und dem höchsten Punkt verzeichnet.
Kaffee im Hochschwarzwald
Danach ging es bergauf. Die Schwarzwaldhochstraße führte an der Hornisgrinde vorbei, mit etwa 1.160 Metern der höchste Berg des Nordschwarzwalds, und am Mummelsee. Ziel war Mitteltal und das Café Hagkopf. Dort warteten selbstgebackene Kuchen und Torten, dazu Kaffee.
Am späten Nachmittag brachte der Bus alle zu den Einstiegsstellen zurück.



