· Herzsicherer Landkreis

Wiederbelebung lernen – Eine Chance fürs Leben

Zweite Auftaktveranstaltung „Wiederbelebung an Schulen“ am Otto-Hahn-Gymnasium Nagold begeistert über 130 Schülerinnen und Schüler

In Dänemark fiel im Jahr 2005 die Entscheidung: Wiederbelebung wird Pflicht in den Schulen. Was darauf folgte ist eine eindrucksvollsten Erfolgsgeschichte. Denn die Laienreanimationsquote stieg von 20 auf 80 Prozent, die Überlebenschancen bei einem Herzstillstand verdreifachten sich. Genau dieses Modell inspiriert das gemeinsame Projekt vom DRK-Kreisverband Calw e.V. und der Sparkassen-Stiftung „Mit Herz + Hand“. Mit der zweiten Auftaktveranstaltung am Otto-Hahn-Gymnasium in Nagold setzt man im Landkreis Calw auf einen Weg, der beweist, dass Wiederbelebung jeder lernen kann. Schon in der Schule.

Von Calw nach Nagold – das Projekt wächst

Nach der erfolgreichen ersten Auftaktveranstaltung an der Heinrich-Immanuel-Perrot-Realschule in Calw war der Impuls gesetzt. Nun, am 4. Februar 2026, öffneten sich die Türen der Sporthalle des Otto-Hahn-Gymnasiums in Nagold für die nächste Runde: Etwa 130 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 8 kamen zusammen, um zu lernen, wie sie im Notfall Leben retten können. Die Aktion „Wiederbelebung an Schulen“ zielt langfristig darauf ab, alle Schülerinnen und Schüler ab Klasse sieben im Kreis Calw in die Grundlagen der Wiederbelebung einzuführen. Gleichzeitig unterstützt das DRK im Kreis Calw an 35 Schulen mit den Juniorhelfer- und Schulsanitätsdienstprogrammen in der Jugendarbeit.

Offizieller Start mit breiter Unterstützung

Oberstudiendirektor (OStD) Ulrich Hamann eröffnete die Veranstaltung offiziell und betonte die Bedeutung des Projekts für seine Schule und den gesamten Landkreis. Ein Gruppenbild mit allen Gästen markierte den gemeinsamen Auftakt – ein Symbol dafür, dass hier nicht nur einzelne Institutionen, sondern eine ganze Region zusammenarbeitet.

Ordnungsamtsleiter Achim Gräschus richtete ein herzliches Grußwort an die Teilnehmenden und unterstrich, wie wichtig es sei, dass Jugendliche frühzeitig auf solche lebenswichtige Situationen vorbereitet werden. „Wiederbelebungsmaßnahmen müssen als gesellschaftliche Aufgabe gesehen werden. Sie gehören in die Mitte unserer Bildung“, so Gräschus.

„Prüfen, Rufen, Drücken“ – einfach, aber lebensrettend

Den wissenschaftlichen und medizinischen Hintergrund der Wiederbelebung vermittelten Jovin Bürchner vom DRK-Landesverband Baden-Württemberg und Dr. Uwe Helber, Chefarzt der Kardiologie an der Klinik Nagold und Leiter des Gefäßzentrums, gemeinsam. Die Botschaft, dass Reanimation „kinderleicht“ sein kann, wurden auf eine mitreißende und unterhaltsame Weise vermitteln – diesmal bereichert um die medizinische Expertise eines renommierten lokalen Arztes, der selbst einmal Schüler am Otto-Hahn-Gymnasium war.

Nach der theoretischen Einführung folgten die praktischen Anweisungen: „Prüfen – Rufen – Drücken“ war die Devise. Einfach, einprägsam und in der Lage, Leben zu retten. Wie bei der ersten Auftaktveranstaltung in Calw wurde dabei auch die Bedeutung unterstrichen, sich beim Drücken abzuwechseln – denn ein Herzstillstand kennt keine Pausen.

Hands-on: Herzdruckmassage in Zweiergruppen

Der Höhepunkt der Veranstaltung war die praktische Übungsphase: An insgesamt etwa 65 aufblasbaren Reanimationspuppen übten die Schülerinnen und Schüler in Zweiergruppen die Herzdruckmassage. Die Atmosphäre in der Sporthalle war durchweg positiv: Die Jugendlichen zeigten Einsatz, Teamgeist und echtes Interesse. Ein Zeichen, dass die Aktion die richtige Zielgruppe erreicht und die Botschaft ankommt. „Das ist keine Selbstverständlichkeit“, zeigte sich Jovin Bürchner begeistert von dem Engagement der Jugendlichen. 

Abschluss, Dank und Ausblick

Den offiziellen Abschluss gestalteten gemeinsam OStD Ulrich Hamann und Jana Ruttloff, Kreisjugendleiterin des DRK-Kreisverbandes Calw e.V. Sie dankten den Schülerinnen und Schülern sowie allen Beteiligten für ihre engagierte Teilnahme und wiesen auf die langfristige Bedeutung der Aktion hin: Wer früh lernt, im Notfall zu helfen, kann das Erlernte ein Leben lang einsetzen.

Zum Abschluss stand ein Rettungswagen vor Ort zur Besichtigung bereit und bot eine willkommene Gelegenheit für die Jugendlichen, auch die Arbeit des Rettungsdienstes aus nächster Nähe zu erleben.

Ein Vorbild für die ganze Region

Die zweite Auftaktveranstaltung bestätigt, dass das Projekt „Wiederbelebung an Schulen“ im Landkreis Calw auf dem richtigen Weg ist. Wie die skandinavischen Länder zeigen, kann eine frühzeitige Wiederbelebungsschulung in der Schule langfristig die Hemmschwelle der Bevölkerung deutlich senken und damit im Notfall Leben retten.