Seit dem 1. März leitet Thomas Teichert als neuer Geschäftsführer die Geschicke des DRK-Kreisverbandes Calw e.V. Er tritt damit die Nachfolge von Thomas Seeger an, der die Geschäftsstelle mehr als acht Jahre lang geführt hat. Was den 44-Jährigen nach Calw geführt hat, ist mehr als ein gewöhnlicher Karriereschritt. Es ist das Ergebnis eines Weges, der ihn durch viele Stationen des Sozial- und Gesundheitswesens geführt hat.
Verwurzelt im Roten Kreuz
Mit dem DRK verbindet Teichert eine lange Geschichte und diese begann nicht im Beruf, sondern im Ehrenamt. Schon mit 16 Jahren engagierte er sich in der Bereitschaft, lange bevor er beruflich die gleiche Richtung einschlug. Dieses ehrenamtliche Fundament baute er 2010 weiter aus, als er die Leitung der Katastrophenschutzkomponente „SEG Sichtung und Behandlung" in Beeskow übernahm. Als Geschäftsführer weiß er daher aus eigener Erfahrung, was das Ehrenamt leistet. Den entscheidenden Impuls für seinen beruflichen Weg gab ihm seine erste Ausbildung zum Krankenpfleger: In der dortigen Klinik war ein Rettungswagen stationiert, Hospitationen waren ausdrücklich erwünscht. Wer einmal mitfährt, weiß, wie das endet. Teichert ließ die Krankenpflegeausbildung hinter sich, absolvierte die Ausbildung zum Rettungsassistenten und später die Ergänzungsprüfung zum Notfallsanitäter. Zwanzig Jahre lang war der Rettungsdienst sein Zuhause, zuletzt als Leiter eines Bereichs mit drei Rettungswachen und rund 60 Mitarbeitenden, eine Aufgabe, die er nach einigen Jahren als stellvertretender Leiter übernommen hatte. Parallel dazu erwarb er einen akademische Abschlüsse nach einem BWL-Studium (2014) sowie den Fachwirt für das Gesundheits- und Sozialwesen.
Ernüchternde Erfahrungen, neue Wege
Nach zwei Jahrzehnten im Rettungsdienst wagte Teichert den Wechsel in die stationäre Pflege und übernahm die Einrichtungsleitung eines Seniorenheims mitten in der Corona-Pandemie. Die Zustände im Gesundheitswesen, die sich in dieser Zeit besonders deutlich zeigten, hinterließen bei ihm eine tiefe Ernüchterung. So kam es, dass er anschließend eine Richtung einschlug, die kaum weiter von seiner bisherigen Laufbahn entfernt sein könnte: Als Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Oder-Spree in Brandenburg übernahm er 2023 Verantwortung in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Dass sich die Organisation unter seiner Leitung zu einer der stärksten in Brandenburg entwickeln und zahlreiche Innungen hinzugewinnen konnte, spricht für solides Wirtschaften und, wie er selbst sagt, auch ein bisschen glückliche Umstände.
Familie als Kompass
Dann veränderte eine schwere Erkrankung seines Sohnes die Perspektive grundlegend. Teichert und seine Frau, die selbst beruflich stark eingebunden ist, entschieden sich bewusst dafür, berufliche Ambitionen zurückzustellen und die Familie in den Vordergrund zu rücken. Als es seinem Sohn besser ging und der Blick wieder nach vorne gerichtet werden konnte, begann die Suche nach einem neuen Wirkungsfeld.
Zurück ins Gesundheitswesen – mit klarer Vision
Die Orientierung führte ihn nach Baden-Württemberg, wo seine Frau familiäre Verbindungen nach Stuttgart hat. Was ihn schließlich zum DRK-Kreisverband Calw e.V. brachte, war das Projekt des neuen DRK-Zentrums Calw West. Ein Neubau, eine konkrete Gestaltungsaufgabe, eine Herausforderung. Diese reizte ihn, sich zu bewerben und ins Gesundheitswesen zurückzukehren.
Brandenburger in Schwaben
Thomas Teichert kommt aus dem Kreis Oder-Spree. Auf die Frage, wie er sich eingelebt habe (immerhin haben Schwaben den Ruf, nicht ganz einfach zu sein) antwortete er mit einem Augenzwinkern: Das höre man über Brandenburger schließlich auch. Bisher habe er ausschließlich positive Erfahrungen gemacht. Bisher habe er nur positive Erfahrungen gemacht. Einzig mit der „Fremdsprache" – je nach Stärke des Dialekts – habe er noch gelegentlich so seine Schwierigkeiten. Aber: Alle seien freundlich, die Landschaft wunderschön. Nur ans Bergsteigen müsse er sich noch gewöhnen.
Wir heißen Thomas Teichert herzlich willkommen und freuen uns auf die gemeinsame Arbeit.
